Für den Kunstrasenplatz steht jetzt die Ampel auf Grün – Große Einigkeit bei den Entscheidern – Kinder und Jugendliche haben Vorrang – Verein beteiligt sich mit 200 000 Euro

Von Josef Heisl

Straßkirchen Der Sportverein DJK Straßkirchen kann sich freuen. Der angepeilte Kunstrasen-Sportplatz scheint so gut wie in trockenen Tüchern zu sein. Bei diesem Zwischenstand des Projekts trafen sich Vertreter des Vereins, der Kommune, des Landtags, des Bezirks und des Landessportverbandes zueinem Ortstermin. MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, als erfolgreicher Leistungssportler und anerkannter Sportpolitiker ein profunder Kenner der Sportszene, formulierte es am Ende so: „Für diesen Kunstrasen-Sportplatz steht jetzt die Ampel auf Grün“.

Eingeladen hatte Bezirks- und Gemeinderat Josef Heisl jun., der gleich zu Beginn feststellte, dass der Salzweger Gemeinderat mit Bürgermeister Josef Putz an der Spitze, vollhinter dem Projekt stehe. Es werde im Gemeinderat offen dafür votiert, die Abstimmung habe eine breite Mehrheit ergeben. Neben dem langjährigen 1. Vorstand Sepp Barth habe er natürlich den aktuellen Vorsitzenden Thomas Grubmüllerund seinen Stellvertreter Herbert Moosbauer zu diesem Gespräch gebeten. Von großer Bedeutung sei die Anwesenheit der Kreisvorsitzenden des BLSV Gerlinde Kaupa, die bei der Entscheidung über Zuschüsse im Sportbereich ein gewichtiges Wort mitzureden habe. Jetzt gelte es gemeinsam das Projekt voran zu treiben, so der Bezirksrat.

Lange habe man das Projekt schon diskutiert. Es habe zwei Möglichkeiten gegeben, die gesamte Sickerung des Sandplatzes zu erneuern und einen Rasenplatz anzulegen oder einen Kunstrasenplatz zu bauen, betonte Vorstand Thomas Grubmüller. Schließlich habe sich der Verein für den Kunstrasen entschieden. Bezirksrat Josef Heisl lobte den Beitrag des Vereins, der bei 200 000 Euro liegen werde, 250 000 Euro kommen von der Gemeinde in fünf Teilbeträgen, beginnend im Jahr 2023. Der Platz könne auch von Sportlern aus dem gesamten Gemeindegebiet genutzt werden. Es sei schon bemerkenswert, dass auch vom Nachbarverein FC Salzweg volle Unterstützung komme. Bei einem Fördersatz von 45 Prozent der förderfähigen Kosten müsse man jetzt zugreifen. Andernfalls sei das Projekt nicht zu stemmen.

Seit 2017 befasse man sich in der Vereinsführung schon mit dem Thema, so Grubmüller und sein Vorgänger Barth. Der Sandplatz sei immer schlechter geworden und sei kein Aushängeschild mehr für einen Verein gewesen, der mit 1100 Mitgliedern einer der größten Sportvereine im Landkreis ist und eine enorme Jugendarbeit betreibe. Heute kicke kein Jugendspieler mehr gerne auf einem beinharten Sandplatz. Der Bau sei also mittelfristig auch eine gewisse Bestandssicherung im Bereich der Aktiven und dort des Nachwuchses. Natürlich musste bei den Überlegungen auch der Bestand des Prangerfestes gesichert bleiben, weil daraus ein Großteil der Aufwendungen im Sportbetrieb finanziert werde. Die Planung, die vom Planungsbüro Karl Greiner fachlich unterstützt werde, sehe vor, dass 2022 noch das Prangerfest auf dem Sandplatz stattfinde, anschließend aber sofort mit dem Bau des Kunstrasenplatzes begonnen werde, falls bis dahin alles positiv entschieden sei.

Bürgermeister Josef Putz lobte die Verantwortlichen für ihre ehrenamtliche Arbeit und dankte den Anwesenden für ihren Einsatz zum Wohl der DJK Straßkirchen. In dem Verein werde eine ausgezeichnete Jugendarbeit geleistet, deshalb habe er drei Bedingungen gestellt, einmal die 45 Prozent-Förderung müsse kommen und zum zweiten, dass bei der Platzbenutzung die Kinder und Jugendlichen Vorrang haben, und zwar alle, auch die aus den anderen Ortsvereinen. Als drittes sei ihm wichtig, dass das Prangerfest weiter veranstaltet werden könne. Dazu habe er einen Platz außerhalb vorgeschlagen, doch der Verein wolle auf dem Sportgelände bleiben und habe dazu  bereits klare Vorstellungen. Zur finanziellen Beteiligung meinte der Bürgermeister, die Gemeinde Salzweg sei investitionsstark, sie könne sich nach dem Kindergartenbau und der Turnhallensanierung auch die 250 000 Euro noch leisten. Putz kritisierte, dass Ballungsräume aber immer noch besser mit Finanzmitteln versorgt würden als die Fläche. 

Lob über dieses gemeinsame Vorgehen kam von der BLSV Kreisvorsitzenden Gerlinde Kaupa, die ausdrücklich auch den Bezirkstag von Niederbayern für seine Unterstützung des Sports lobte. Die langjährige Sportpolitikerin stellte klar, dass man beim Sportstättenangebot mit der Zeit gehen müsse. Der BLSV verteile Gelder aus Landesmitteln. So würden heuer alleine dem Sport in seine Projekte 110 Millionen zufließen. Ein Sonderförderprogramm sei verlängert worden, es sei also schnell zu handeln gewesen. Die Zuschusskulisse liege zwischen 25 und 55 Prozent, die DJK Straßkirchen könne bei einem Zuschlag mit 45 Prozent rechnen. 

Kaupa lobte die sehr gute Struktur dieses DJK Sportvereins mit seinen vielen Jugendmannschaften und der Turnabteilung, in der ebenfalls viele Kinder und Jugendliche sporteln. Zur Arbeit der Ehrenamtlichen und zum aktiven Sport gehören auch attraktive Sportanlagen, schloss Kaupa und blickt noch einmal auf die Corona-Pandemie und ihre Auswirkung auf den Amateursport zurück. „Jetzt müssten alle zurückgeholt werden, die Sportler und ihre ehrenamtlichen Helfer“, gab sich Kaupa kämpferisch.

Es sei noch zu früh zu gratulieren, bremste Dr. Gerhard Waschler die Euphorie, doch hier sehe er sehr gute Rahmenbedingungen. Der Verein habe sehr viel geleistet und erfülle die Zuschussbedingungen auf hervorragende Art und Weise. Gefeiert werde aber erst, wenn Stempel, Unterschrift und Zuwendungsbescheid vorliegen. Viele Kriterien habe es gegeben, doch die DJK habe sie alle problemlos erfüllt. Hier vor Ort sehe er die Notwendigkeit. weil der Sandplatz desolat sei. Das sei wichtig, weil die Erforderlichkeit genau geprüft werde. Der Verein habe über viele Jahre gut gewachsene Strukturen, das Geld sei hier bestens investiert und das gerade nach den Restriktionen der Corona Pandemie. Auch er sei der Meinung, dass es jetzt gelte, alle wieder zum Sport zurückzuholen. Er sei beeindruckt über so viel gemeinsames Anpacken, das er hier erlebe. Deshalb sei er auch überzeugt, dass für den Kunstrasenplatz die Ampel auf Grün stehe, schloss der Landtagsabgeordnete.

Bild: Auf dem desolaten Sandplatz trafen sich zum Ortstermin auf Einladung des Bezirks- und Gemeinderates Josef Heisljun. (li.) v.li. Gerlinde Kaupa vom BLSV, Sepp Barth, Vorstand Thomas Grubmüller, Vize Herbert Moosbauer, Bürgermeister Josef Putz und MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler. (Foto Heisl)

Zum Abschluss bedankte sich Bezirksrat Josef Heisl bei den Gesprächsteilnehmern. Es sei eine sehr gute kompetente Runde gewesen, die jetzt an den unterschiedlichen Stellen mit ihrem Einfluss das Projekt fördern werde. Die DJK Straßkirchen habe es verdient, als einer der größten Sportvereine in der Region und ausgestattet mit einer hervorragenden Jugendarbeit aber auch vielen Sportlerinnen und Sportlern im Seniorenbereich den Kunstrasenplatz zu bekommen, betonte Josef Heisl, der selbst aktiv in der DJK von Kindesbeinen an als Torwart gekickt hat und dadurch besonders die Nachteile eines Sandplatzes zu spüren bekam.